EPR-Spektroskopie

Die Elektronen-Paramagnetische Resonanz, EPR (Electron Paramagnetic Resonance oder auch Electron Spin Resonance, ESR) ist eine spektroskopische Methode bei der, ähnlich wie in der Kernresonanz (NMR), die Wechselwirkung zwischen elektromagnetischer Strahlung und magnetischen Momenten - hier von ungepaarten Elektronen - untersucht wird. Es werden  ausschließlich paramagnetische Spezies detektiert. Chemische Verbindungen sind dann paramagnetisch, wenn sie ungepaarte Elektronen besitzen. Dies trifft insbesondere auf freie Radikale und Übergangsmetallionen, aber auch auf Metalle und auf Fehlstellen in Kristallgittern zu.

Die EPR-Spektroskopie ist eine zerstörungsfrei arbeitende Messmethode mit einer sehr hohen Empfindlichkeit. Die Nachweisgrenze beträgt 1011 Spins /0,1 mT Linienbreite, die übliche Konzentration von Lösungen liegt zwischen 10-3 mol/l und 10-4 mol/l. Es ergeben sich Aussagen über die Struktur der paramagnetischen Zentren, die Oxidationsstufe von Zentralatomen in Komplexverbindungen, die Symmetrie der ersten Koordinationssphäre um ein paramagnetisches Zentralatom, über die an ein Übergangsmetall gebundenen Liganden und die Konzentration paramagnetischer Spezies. Insbesondere sind auch Informationen über paramagnetische Intermediate in chemischen Reaktionen und katalytischen Kreisläufen, zum Teil auch unter Reaktionsbedingungen zugänglich.