Gleichstellungsstrategie der Fakultät für Chemie

In den Jahren 2012 bis 2017 wurden viele Projekte umgesetzt, die in den damaligen Zielvereinbarungen mit der Hochschulleitung festgeschrieben waren. Hierunter fallen zum Beispiel die Einrichtung des Kinderzimmers und der professionellen Kinderbetreuung in selbigem sowie die Unterstützung für Frauen beim Wiedereinstieg nach dem Mutterschutz.

Für die kommenden fünf Jahre hat sich das Diversity-Board die Umsetzung diverser neuer Projekte als Ziel gesetzt, die der Gleichstellung aller Mitglieder der Fakultät gemäß der Diversitätsdimensionen dienen sollen. Im folgenden finden sich konkrete Erläuterungen zu einigen der Vorhaben.

Diversitätsdimension 1: Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Qualifikationsstufen

In der Fakultät für Chemie gibt es bis zum Postdoc-Niveau eine paritätische 50% : 50% Verteilung von Männern und Frauen. Gerade ab dem HabilitandInnen-/ GruppenleiterInnen-Niveau jedoch tritt eine Lücke auf, in der fast keine Frauen mehr zu verzeichnen sind. In diesem Bereich wurden im Rahmen der vorhergehenden Zielvereinbarungen bereits Verbesserungen angestrebt, welche weiter ausgebaut werden sollen. Geplant sind Workshops und Symposien, welche thematisch speziell auf Bedürfnisse und Interessen von Frauen in der Wissenschaft ausgerichtet sind.

Zudem ist angedacht, finanzielle Unterstützung für studiums- und forschungsrelevante Qualifikationsmaßnahmen sowie Forschungsreisen zu Recherchezwecken bereit zu stellen. Auf dem Postdoc-/HabilitandInnen-Niveau sollen weiterhin Frauen beim Wiedereinsteig nach Mutterschutz oder Elternzeit finanziell in Form einer Cofinanzierung der entsprechenden Stellen in Kooperation mit der Fakultät unterstützt werden.

Geplant sind weiterhin Projekte, um Frauen alternative Karrierewege in der Selbständigkeit und Unternehmensgründung aufzuzeigen, ebenso wie die Unterstützung von Maßnahmen zur Erhöhung des Studentinnenanteils wie etwa die Herbstuniversität, das Schnupperstudium oder der Girls Day. Die Arbeit besonders erfolgreicher Forscherinnen soll durch die Auslobung und Verleihung von Preisen auf unterschiedlichen Qualifikationsebenen gewürdigt werden. Für die Erarbeitung und Durchführung dieser und weiterer Maßnahmen in den Bereichen Talentmanagement und Wissenschaftsmanagement wird sich das im Rahmen der vorhergehenden Zielvereinbarungen eingerichtete Diversity Board einsetzen.

Diversitätsdimension 2: Förderung familienfreundlicher (Kinderbetreuung und Pflege) Studien- und Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer

Die in den vergangenen fünf Jahren etablierten Angebote im fakultätseigenen Kinderzimmer sollen weitergeführt und ausgebaut werden. Es ist geplant, Elternteile stärker über die Möglichkeit der Kinderbetreuung im Kinderzimmer zu informieren, Finanzierungskonzepte für diese zu erarbeiten und flexiblere Möglichkeiten der Kinderbetreuung (z.B. Notfallbetreuung) vermehrt anzubieten.

Weiterhin sollen MitarbeiterInnen, deren Arbeitszeiten durch Langzeitexperimente o.ä. beeinflusst werden, durch innovative Angebote wie einen Einkaufsservice unterstützt werden, sodass Familie und Beruf auch für berufstätige Paare, deren Arbeitszeiten nicht flexibel anpassbar sind, besser vereinbar werden.

Auch Studierenden mit Familie soll der Weg durch das Studium erleichtert werden. Geplant sind hier Projekte wie ein interaktives Praktikum für schwangere Studentinnen, denen die Teilnahme an Laborpraktika nicht möglich ist. Zudem sollen Kinderbetreuungsangebote auch für Studierende zur Verfügung stehen.

Diversitätsdimension 3: Internationalität

In Anbetracht der fortschreitenden Internationalisierung sind verschiedene Projekte geplant, um ausländischen Studierenden und MitarbeiterInnen Studium bzw. Arbeit an der Fakultät besser möglich zu machen.

Neben einem intensiven Beratungsangebot sollen Übersetzungen vorgenommen werden, um alle relevanten Informationen auf Englisch bereitstellen zu können. In Form von Tutoren- und Mentoringangeboten ist geplant, internationalen Fakultätsmitgliedern persönliche AnsprechpartnerInnen bei Problemen und Fragen zur Seite zu stellen, analog zum erfolgreichen Gasthörerprojekt für Geflüchtete „Buddies for Refugees“ der jungen Akademie. Dieses Projekt soll zukünftig an der Fakultät stärker im Fokus stehen, sodass es Geflüchteten möglich wird, in sinnvoller Art und Weise Lehrveranstaltungen zu besuchen. Um Geflüchteten den Übergang vom Gasthörerprogramm zum Vollstudium zu erleichtern, soll eine eigens hierauf ausgelegte Studienberatung eingerichtet werden.

Ein weiteres Anliegen ist der Ausbau internationaler Netzwerke, welcher durch entsprechende Maßnahmen vorangetrieben werden soll.

Diversitätsdimension 4: Behindertengerechtigkeit/chronische Erkrankungen

Studierende und MitarbeiterInnen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten sehen sich an der Fakultät für Chemie oftmals mit Problemen konfrontiert, die sie ohne Unterstützung von außen nicht lösen können. Derartige Unterstützung soll in eiligen Fällen rasch möglich sein, weshalb entsprechende Ad hoc Maßnahmen ausgearbeitet werden. Zusätzlich angedacht sind Tutoren- und Mentoringprojekte, finanzielle und ideelle Unterstützung je nach Bedarf und Projekte und Workshops zur Förderung der selbständigen Kompetenzen.

Für Studierende, denen ein regelmäßiger Besuch von Lehrveranstaltungen nicht immer möglich ist, sollen vermehrt e-learning-Angebote eingerichtet werden, während für betroffene MitarbeiterInnen eine Flexibilisierung der Arbeitszeit möglich sein soll.

Diversitätsdimension 5: Alter und generationsübergreifendes Lernen

Der generationsübergreifende Austausch von erfahrenen und neuen Mitarbeiterinnen der Fakultät wird durch die in den vorhergehenden Zielvereinbarungen bereits vorgesehenen Gruppenmeetings (bezogen auf Tätigkeitsfelder) angegangen.

Des Weiteren sind Informationsabende und Workshops in Planung.

Diversitätsdimension 6: Einbeziehung von sozial benachteiligten Menschen und Schüler/innen und Studierenden, die als erste in ihrer Familie einen Studienabschluss anstreben

Für sozial benachteiligte Studierende ist der Weg an die Hochschule oftmals schwer. Die hierbei existierenden Hürden sollen durch spezielle Beratungs- und Coachingangebote vermindert werden. Zudem ist angedacht, ein Stipendium einzurichten, um begabten Studieninteressierten ein Studium trotz möglicherweise mangelnder finanzieller Mittel möglich zu machen.

Diversitätsdimension 7: Religion und Weltanschauung

Um der Ausgrenzung von Personen aufgrund ihrer Religion entgegenzuwirken und das gegenseitige Interesse Angehöriger verschiedener Religionen füreinander zu wecken, sind Treffen zum Austausch miteinander, ebenso wie Infoabende und Workshops geplant.

Außerdem steht für muslimische Mitglieder der Fakultät bereits ein Gebetsraum im Gebäude zur Verfügung, über dessen Lage noch stärker informiert werden soll. Analog werden für Christen und Interessierte aus anderen Religionen die Angebote der KHG und EHG beworben.