Prof. Dr. Carl Angelo Knorr

Carl Angelo Knorr wurde am 7. Jan. 1894 als Sohn des Ordinarius für Chemie (Entdecker des Antipyrins) in Jena geboren. Er besuchte die Oberrealschule in Jena, studierte Naturwissenschaften zunächst in Oxford und setzte es nach einer Unterbrechung, bedingt durch den 1. Weltkrieg, in München an der Universität fort. Schon früh (bereits 1923 als Student) brachte er, damals leider zu wenig gewürdigt, die Quantengesetze in seine Überlegungen mit ein, wie z.B. bei der Deutung von Mesomerievorstellungen

1925 promovierte er bei Fajans. Danach, 1925 bis 1932, arbeitete er bei Bodenstein in Berlin und bei Schumann (Elektrotechnik) an der Technischen Hochschule München.

Er habilitierte sich 1934 bei Fajans in München. 1939 ernannte man ihn ebenda zum apl. Professor. Bald darauf, 1940, wurde er als a.o. Professor an die Universität Innsbruck berufen. Dort war er 5 Jahre tätig und konnte ein nach seinen Plänen selbständiges Physikalisch-Chemisches Institut einrichten. Bedingt durch die Wirren nach 1945 und dem Zusammenbruch verlor er den Lehrstuhl und musste nach Deutschland zurückkehren, obwohl er sich niemals politisch betätigt hatte. In München nahm er seine ursprünglichen Arbeiten im stark beschädigten Physikalisch-Chemischen und Elektrochemischen Institut an der THM wieder auf. Trotz beschränkter Mittel gelang es ihm durch seine Arbeiten, der Elektrochemie an diesem Platz zu hohem wissenschaftlichen Ansehen zu verhelfen. 1949 wurde er dann als Leiter der elektrochemischen Abteilung auf einer k.w. Professorenstelle bestätigt. Diese Position bekleidete er bis zu seinem Tod am 12. Jan. 1960.

(Z. Elektrochem. Band 64, 1960, Nr 4 p 453-455, persönl. Mitteilung F. Dörr)

 

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