Wilhelm Muthmann (1861 – 1913)

Zum Nachfolger von Wilhelm von Miller wurde Wilhelm Muthmann berufen. Muthmann stammte aus der Schule des großen Adolf von Baeyer, bei dem er im Jahre 1896 promoviert und anschließend eine Assistentenstelle am Mineralogischen Laboratorium des Geheimrats von Groth bekleidet hatte, ebenfalls München. Muthmann war 1890 bis 1892 Professor an der Universität Worcester Masachusetts in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Nach der Habilitation an der Philosophischen Fakultät der Universität München (1894) wurde der Seltenerdmetall-Forscher Muthmann zum außerordentlichen Professor für Anorganische und Physikalische Chemie ernannt. Muthmann gliederte das Chemische Laboratorium neu, indem er die Aufteilung in ein „Anorganisches und Analytischchemisches Laboratorium“ und ein „Organisches Laboratorium“ einführte. Darauf ist die heute noch praktizierte Institutsgliederung zurückzuführen. Selbstständig unter seiner Leitung beließ er das „Elektrochemische Laboratorium“. Als im Jahre 1905 der von Bestelmeyer entworfene Neubau fertig war, erfolgte der weitere Ausbau der chemischen Laboratorien. Ab 1907 stand Muthmann nur noch dem „Anorganischchemischen Laboratorium“ vor, weil die Elektrochemie einen eigenen Leiter – den außerordentlichen Professor Johann Hofer – erhielt.

Wilhelm Muthmann wurde 1909 zum ordentlichen Mitglied der Mathematisch-Physikalischen Klasse der Kgl. Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Er starb am 3. August 1913 im Alter von erst 52 Jahren.